Herzlich Willkommen...
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Meine persönliche Meinung zu ...

Hier werden mehrfach nachgefragte Themen angesprochen bzw. erläutert.

... Waldrodung im Hain

 

"Schlimmer geht nimmer" - damit kann man mit 3 Worten den aktuellen Antrag der Freien Wähler beschreiben, der aktuell für eine nächste Stadtverordnetenversammlung eingebracht wurde.

So meine persönliche Meinung.

 

Mit diesem Antrag sollen rund 12.000 qm Erholungswald (!!) gerodet werden, um die Flächen dann den Pferdefreunden zur Verfügung zu stellen. Mindestens 7 verschiedene Laubbaumarten wachsen auf der biologisch wertvollen Fläche. Das aktuell einige Bäume aus Verkehrssicherungspflichten geschlagen werden mussten, ist da nur sekundär - der Wald wird sich verjüngen und kommt wieder.

Bei diesem Antrag handelt es sich offenbar um versuchte Wiedergutmachung. Denn durch die aktuell im Verfahren befindliche Änderung des Bebauungsplans werden rd. 6.000 qm Fläche, die als Sondergebiet Kur ausgewiesen waren, in Wohngebietsflächen gewandelt. Dadurch werden diese 6.000 qm, die von den Reitsportfreunden aktuell als Weideflächen angepachtet sind, dieser Nutzung entzogen.

Sicherlich ist die Änderung des Bebauungsplans (B-Plan) rechtlich in Ordnung. Darum geht es hier auch nur am Rande. Ich denke, hier will man noch rechtzeitig vor der Kommunalwahl wieder Boden gutmachen (welch ein passendes Wortspiel...), welcher vielleicht an anderer Stelle (u.a. B-Plan-Änderung) verloren gegangen ist. Um all die Umstände und Geschichten, die mit der Bebauungsplanänderung zu tun haben, soll hier gar nicht gestritten werden.

 

In dem Antrag zur Waldumnutzung (Rodung der Waldfläche, Flächenaufarbeitung zu Weideland, Einebnen der Fläche, Walderhaltungsabgabe, Wiederaufforstung an anderer geeigneter Stelle usw.) wird nicht eine Silbe darauf verschwendet zu erwähnen, wer denn die Kosten dafür tragen soll. Die Stadt? Der zukünftige Pächter? Welche Summen hier zustande kommen - wenn die Umwandlung überhaupt genehmigt werden sollte, was ich sehr stark bezweifle - kann man nur erahnen. Ein mittlerer 6-stelliger Betrag kommt da sicherlich ganz leicht zustande. Mit Baggern müssen alle Wurzelstöcke bis in tiefere Lagen entfernt und entsorgt werden, die Fläche muss eingeebnet werden.


Oder ist es vielleicht so, dass man sich deshalb keine Gedanken über die Kosten gemacht hat, weil man sich selber sicher ist, eine Rodung und Umwandlung ist sowieso nicht genehmigungsfähig? Dann könnte man ja sagen: Ja, wir wollten ja den Pferdefreunden Flächen zur Verfügung stellen, mehr sogar, als wir in Bauland gewandelt haben, aber unser Antrag wurde ja von den Behörden abgelehnt"...

 

In jedem Fall empfiehlt sich ein Blick in das Hess. Waldgesetz. Hätte man vielleicht vorher tun sollen.

 

Ich persönlich lehne diesen gestellten Antrag ab - leider darf ich nicht mit darüber abstimmen. Aber eine Meinung darf ich schon haben...

... Kirschenmarkt 2020

Seit Herbst letzten Jahres beschäftigt sich die Verwaltung der Stadt Gladenbach bereits intensiv mit den Planungen für die Wahl der Kirschenkönigin und die Organisation des Festes für das Jahr 2020. Das rund 150 Seiten starke Sicherheitskonzept wurde erarbeitet und angepasst. Seit Ende Februar aber hätten bereits intensivere Vorbereitsungstreffen durchgeführt werden müssen. Corona hat dann aber die schon geplanten Gespräche erst einmal vereitelt. Und nun ist es fast unmöglich, in den verbleibenden Wochen das alles nachzuholen. Bis mindestens 19. April bleiben die bestehenden Kontaktverbote aufrecht erhalten. Und danach wird es auch weiterhin noch Einschränkungen geben müssen - wenn nicht sogar das derzeitige Verbot noch verlängert wird.

 

Ich persönlich sehe die Durchführung des diesjährigen Kirschenmarktes 2020 für nicht realistisch an und hoffe, der Magistrat wird sich am 13. April meiner Meinung anschließen.

 

Ganz abgesehen davon, dass die ordentliche Organisation dieses rießigen Volksfestes in der kurzen, verbleibenden Zeit nicht mehr  möglich ist - es wird nicht so sein, dass zu dieser Zeit bereits alle aktuellen Verbote aufgehoben worden sind. Vielleicht sind die Verbote etwas abgemildert. Aber selbst bei positivstem Verlauf der Pandemie wird es immer noch Einschränkungen von Versammlungen geben müssen, um nicht alle Bemühungen zur Eindämmung der Infektionsraten zunichte zu machen. Ein finanzielles Sponsoring des Kirschenmarktes durch heimische Unternehmen ist aktuell nicht denkbar. Ich würde mich schämen, bei Firmen deshalb nachzufragen. Ich würde mich angesichts der aktuellen finanziellen Situation der Stadt (geringere Einnahmen) auch sehr schwer tun, Ausgaben durchzuführen für ein Fest, welches sehr wahrscheinlich nicht stattfinden darf. Dieses Risiko möchte ich nicht eingehen wollen.

Unter solchen Voraussetzungen kann man kein fröhliches Volksfest feiern. Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger hätten vollstes Verständnis für eine diesjährige Absage. Oder sehen Sie das anders?

 

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© Peter Kremer, Gladenbach 2020