Herzlich willkommen!
Herzlich willkommen!

Kaffee gefällig?

Hier sind meine privaten Gedanken, die ich gerne bei einer schönen Tasse Kaffee  refelektiere. Aber manchmal schweifen die Gedanken dann doch ins Büro. Es sehr schwer, Privates von Beruflichem zu trennen. 

Ich sitze gerade mal wieder mal bei einer guten Tasse  Kaffee und mache mir so meine privaten Gedanken über...

... die heutige Abstimmung 

Eigentlich war es ja nicht anders zu erwarten... 

Aber ich wünsche jedem, der mit seiner willkürlichen Abstimmung heute Abend zu einer solchen Personalentscheidung beigetragen hat, dass ihm oder ihr die gleiche  Willkür widerfährt. Vielen Dank.

Gladenbach, 02. März 2026

... über die Bürgermeisterwahl am 01. Nov.

Ja, über diese Frage mache ich mir inzwischen auch meine Gedanken: Wer wird ab dem 1. März 2027 in Zimmer 206 sitzen und die Verwaltung der Stadt Gladenbach führen?

 

Ganz gleich, wer es am Ende sein wird – einige Namen werden ja bereits hinter vorgehaltener Hand genannt – ich hoffe sehr, dass diese Person ein glückliches Händchen hat und vor allem die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfährt. Mein Vorgänger Klaus-Dieter Knierim hat einmal, eine Woche vor dem Ende seiner Amtszeit im September 2014, in einem Interview gesagt: „Ohne Team ist man als Bürgermeister gar nichts. Ein Universalgenie gibt es nicht.“
Diese Aussage kann ich nach über elf Dienstjahren nur ausdrücklich unterstreichen.

 

Führen heißt eben nicht, allein voranzugehen. Auch wenn man als Spielführer oder Kapitän gewählt wurde, muss man Teil der Mannschaft sein und sich in das bestehende Team einfügen. Man muss auf dasselbe Spielfeld gehen. Ein Team wird nur dann mit voller Kraft und vollem Einsatz unterstützen, wenn es spürt, dass auch derjenige an der Spitze ein Teamplayer ist. Es geht tatsächlich nur gemeinsam.

 

Natürlich darf man in einer kommunalen Verwaltung Loyalität erwarten – eigentlich versteht sich das von selbst. Ich sage bewusst „eigentlich“, weil ich leider auch schon andere Erfahrungen machen musste. Das ist schmerzhaft: wenn man Vertrauen in einen Menschen setzt und dann bitter enttäuscht wird. Diese Erfahrung kennt vermutlich jeder aus seinem Leben; sie ist nicht auf Verwaltungen beschränkt. Das Gefühl der Enttäuschung ist überall dasselbe.

 

Wer auch immer ab März 2027 in Zimmer 206 Platz nehmen wird, eines kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Die Vorstellung vom Bürgermeisteramt, die man als ehrenamtlicher Stadtverordneter hat, deckt sich nicht mit der Realität, die man später vorfindet.
Oder, um es mit einem Bild aus der Wirtschaft zu sagen: Es ist ein Unterschied, ob man vor oder hinter dem Verkaufstresen steht. Die Interessen sind schlicht verschieden. Der Kunde möchte möglichst günstig das Beste bekommen – idealerweise kostenlos. Der Unternehmer hingegen muss zumindest kostendeckend arbeiten. Beides lässt sich nicht immer zum gleichen Preis vereinbaren. Aber ich will nicht vorgreifen: Diese Erfahrungen muss jeder selbst machen. Und manchmal sind sie, wie gesagt, schmerzhaft.

 

Trotz aller eingefangenen Nackenschläge hat mir diese Zeit jedoch oft auch große Freude bereitet und mein Leben sehr bereichert. Vor allem durch die vielen positiven, liebenswerten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Auf diese Erfahrungen möchte ich nicht verzichten.

 

Ob ich mich allerdings mit all den Erkenntnissen von heute im Jahr 2014 noch einmal zur Wahl gestellt hätte (diese Frage bekomme ich oft gestellt) – diese Frage lasse ich bewusst unbeantwortet.

 

Gladenbach, 25. Februar 2026

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© Peter Kremer, Gladenbach 2026